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ANTIMARKETING – verloren im Web: Ein Blog, den niemand lesen mag

Achtung! Dieser Text enthält satirsche Elemente. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie am besten Ihren Webdesigner. Wer mehr über die Hintergründe erfahren will, warum ich diese Satireartikel schreibe, sollte bitte hier nachlesen!

Bloggen ist in, bloggen ist wichtig! Bloggen ist gut für das Marketing und daher muss jeder Unternehmer heute bloggen. Egal ob Zahnarzt, Installateur/Klempner, Musiker, Rechtsanwalt oder was auch immer: Ein Blog muss her. Damit es möglichst leicht wird den eigenen Blog in den Sand zu setzen, veröffentliche ich heute einen kleinen Leitfaden zum erfolglosen Bloggen. ;)

Nachdem Sie ja bereits ein Design entworfen haben, das niemandem gefällt und mittels Baukasten auch kinderleicht eine Webseite gebaut haben, die nicht funktioniert, kommt jetzt also der Blog dran. Denn Bloggen ist heute erste Bürgerpflicht. Ebenso wie Facebooken, Xingen usw.

Das Problem: Wie sie sich ev. vorstellen können, ist so ein Blog zeitaufwändig. Und weil man ja auch nebenbei Facebooken, Xingen etc. muss, kann man da nicht soooo viel Zeit reinstecken.Schwierig… Denn für einen Blog muss man recherchieren, schreiben, Bilder aussuchen etc. etc. Und wenn das alles erst mal fertig ist, dann geht die Arbeit erst richtig los! Dann muss man den Blogartikel veröffentlichen, muss ihn in sozialen Medien bewerben, muss Kommentare beantworten. Pua. Sehr viel Arbeit! Besser man nimmt die Abkürzung.

Also: Da Zeit Geld ist, und man ja Geld sparen möchte, macht es durchaus Sinn die Texte des Blogs von einem angemieteten Schreiberling erstellen zu lassen. Dabei ist es aber sehr wichtig eine Sache zu beachten: Schreiben kann in Europa doch fast jeder*, warum soll man dafür viel bezahlen? Also entweder macht daher die Texte der Neffe vom Onkel von der Freundin des Friseurs oder irgendein professioneller Schreiberling muss her. Texter gibt es ja bereits ab 1 Cent pro Wort.

Zum angeheuerten Schreiberling: Wichtig ist eigentlich nur, dass er SEO-gerecht schreibt, auch wenn niemand genau weiß, was das eigentlich bedeutet. Aber SEO ist wichtig und Suchmaschinen bringen viele Besucher die zwar die Texte nicht lesen, weil sie ohnehin keine Zeit haben, aber sie werden kinderleicht neue Kunden. (Was „kinderleicht“ im Web wirklich bedeutet, das haben wir ja bereits besprochen.)

Konkret bedeutet das, Sie machen mal einen Redaktionsplan und dann lassen Sie den Schreiber los. Oder halt. Lassen Sie das mit dem Redaktionsplan, das ist ja viel zu aufwändig. Der Schreiber sollte ja nicht sooo viel schreiben, denn das kostet ja alles Geld. Ein Artikel alle drei Monate ist schon ausreichend. Dafür benötigt ja niemand einen Redaktionsplan. Sie sagen ihm die vier gewünschten Themen und los gehts. Das erste Jahr als Blogger ist somit mal bereits erledigt.

Und dann haben Sie mal den ersten Artikel veröffentlicht und dann schreibt doch ärgerlicher Weise jemand einen Kommentar und meint, der Artikel wäre Schrott. Frechheit! F-R-E-C-H-E-I-T ! Der Artikel ist urlei‘ wand /super dolle! Der Kommentar wird natürlich gelöscht und dann wird gleich mal ein Plugin installiert, das in Zukunft keine Kommentare mehr erlaubt. Kommentare nerven! Diese G’fraster/Trantüten sollen doch ihren Mist bitte für sich behalten.

Jetzt müssen Sie nur noch den zweiten Artikel veröffentlichen (in drei Monaten dann) und Ihrer steilen Karriere als Blogger steht nichts mehr im Wege!

* Jeder kann schreiben: Dies ist – zumindest in Österreich – auf das segensreiche Wirken der Kaiserin Maria-Theresia zurückzuführen, die die allgemeine Schulpflicht in Österreich sowie den Kronländern einführte.

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