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Crowdfunding und andere Finanzierungen für Webseiten – Teil 2

Dieser Beitrag ist die Fortsetzung des Posts “Crowdfunding und andere Finanzierungen für Webseiten” der sich ganz allgemein mit unüblichen ideen der Finanzierug von Webprojekten beschäftigt. In diesem Beitrag geht es ausschließlich um die Frage, wie bzw. ob man Webseiten durch Crowdfunding finanzieren kann. Der Gedanke des ersten Beitrags wird also nochmals vertieft. Ich habe dazu einige der wichtigsten Crowdfundingagenturen im deutschsprachigen Raum gefragt, ob sie sich die Finanzierung von Webprojekten mittels Crowdfunding vorstellen können. Und falls ja, welche Bedingungen sie aufgrund ihrer Erfahrungen als wichtig erachten. Hier die Antworten:

1) Jona Hölderle von www.pluralog.de meinte, dass Crowdfunding nur unter bestimmten Bedingungen in Frage kommen würde. Als ein gelungenes Projekt hat er www.startnext.com/rechtesland angeführt. Das Ergebnis https://www.rechtesland.de/ ist ja wirklich spannend und interessant. ;) Bei Webseiten, die rein für die Selbstdarstellung einer Organisation da sind, sieht er eine Finanzierung über Crowdfunding aber als eher schwierig an.

2) Johannes Tschesche, Geschäftsführer von valueversitas.com meint:
Frage 1:
Prinzipiell ist die Finanzierung von praktisch allem (egal ob wirtschaftliche oder ideelle Projekte) mittels Crowdfunding möglich und damit für die jeweiligen Projektinitiatoren sinnvoll. Allerdings sollten die Initiatoren sich im Klaren darüber sein, dass Crowdfunding durchaus auch Geld kostet. Selbst dann, wenn die Einnahmen keiner Gegenleistungen bedürfen, kosten viele Plattformen Geld und Werbung für die Kampagne muss ebenfalls gemacht werden. Und dann kommt außerdem noch die Betreuung der Geldgeber hinzu. Jeder, der Geld gibt, möchte Informationen über die Verwendung und auch hin und wieder ein Update. Falls es sich um Spende handelt, sollte auch eine Spendenquittung ausgestellt werden, wenn dies möglich ist. Das alles kostet Zeit und ggf. auch Geld.

Frage 2:
Was für eine Crowdfunding-Kampagne wichtig ist, kommt sehr auf das jeweilige Thema an. Generell ist es aber immer wichtig, dass das Projekt authentisch dargestellt wird und die Initiatoren ebenfalls authentisch und glaubhaft sind. Auch Bilder und Videos spielen eine entscheidende Rolle. Es ist auch im Interesse aller, dass die Verwendung des Geldes möglichst detailliert dargelegt wird. Man sollte außerdem fehlerhafte, überspitzte oder angreifende Darstellungen vermeiden. Sowas kann schnell nach hinten losgehen oder sogar rechtliche Konsequenzen haben. Also auch bei einer zielgruppengerechten Darstellung immer bei der Wahrheit und weitgehend auf Sachebene bleiben.


3) Und Wolfgang Gumpelmaier-Mach vom österreichischen www.crowdfunding-service.com
sagt:
1) Grundsätzlich funktionieren reale Produkte im reward-basierten Crowdfunding (also dem Belohungsmodell) besser. Daher bin ich sehr skeptisch, wenn es um die Finanzierung von Webseiten via Crowdfunding geht. Allerdings gilt auch hier: wenn man genügend Engagement, ein großes Netzwerk und eine innovative Idee mitbringt, dann kann es funktionieren. Beispiele für erfolgreiche Kampagnen sind zum Beispiel EVERYDAY REBELLION, markta, Lieblingsbrand oder auch ununi.TV – Eine andere Bildung ist möglich. Bei der letzten Kampagne war ich auch selber involviert und es war hier unter anderem wichtig, nicht die Plattform als solches zu promoten, sondern die Services, die damit möglich gemacht werden.

2) Im Grunde gelten für Webprojekte ähnliche Voraussetzungen, wie für andere Crowdfunding-Projekte. Man sollte unbedingt bereits vor der Kampagne mit dem Crowd-Building beginnen und die Community im Idealfall von der Idee bis zur Umsetzung am Projekt teilhaben lassen. Wesentlich ist auch, dass man mit der Webseite ein Problem löst und dass man diese Innovation/dieses Service auch richtig kommuniziert. Wenn man das finanzielle Ziel der Kampagne realistisch wählt und die Argumentation dahingehend optimiert, dass man via Crowdfunding nicht die Webseite an sich, sondern das neuartige Element darauf finanziert, dann erhöht das sicherlich die Chancen auf Erfolg. Eine Rolle spielen zudem auch die rewards, also die Gegenleistungen/Belohnungen, die im besten Fall auch etwas mit der Webseite zu tun haben bzw. ein Einbeziehung der Crowd ermöglichen. Und natürlich dreht sich vieles um eine regelmäßige, authentische Kommunikation auf Augenhöhe. Wenn man diese Punkte bedenkt, dann ist man auf einem guten Weg.


4) Vom Österreichischen Crowdstrudel kam folgende Antwort:

Leider haben wir noch keine Webseite über die Crowd finanziert und haben damit noch keine Erfahrung. Aber ein Projekt ist uns dazu aus Österreich eingefallen: https://wemakeit.com/projects/markta

Das hat sehr gut funktioniert :). Grundsätzlich gilt aber denke ich wie bei jedem Crowdfunding: Ohne Crowd kein Funding! Also das wichtigste ist auf alle Fälle schon vor dem Crowdfunding genügend Community aufzubauen.

Ich danke also jetzt erst mal allen, die mir bis jetzt geantwortet haben und denke, denke, es werden in den kommenden Tagen und Wochen noch einige weitere Antworten eintreffen. Aber im Grunde kann man bereits jetzt eine Tendenz ablesen: Ja es ist möglich, aber. “Ja, es ist möglich” weil es ja offensichtlich Projekte geschafft haben, eine Webseite über Crowdfunding zu finanzieren. “Aber”, weil man zunächst mal eine Crowd benötigt, und dann auch ein Projekt, das zur eigenen Crowd passt. So blöde und einfach das jetzt klingt, so wahr ist es: Wer nicht von vorneherein über einen starken Rückhalt in einer Community verfügt, der wird sich bei Crowdfunding schwer tun. Egal wofür er Geld sammelt. Wer gut vernetzt ist und gut für seine Ideen argumentieren kann, wird höchst wahrscheinlich auch eine Webseite über Crowdfunding realisieren können.

Und eine weitere Einschränkung betrifft die Art der Webseiten, die über Crowdfunding realisiert werden können: Auch wenn Webdesign eventuell nicht zu den Kerngebieten des Crowdfundings zählt, für größere Webprojekte (Also “Markta” oder “Rechtesland”) macht Crowdfunding auf alle Fälle Sinn.

Dass – wie bei allen kommunikativen Themen – auch beim Crowdfunding auf die gelungene Kommunikation geachtet werden muss, ist natürlich klar. Wie man eine Kampagne am besten durchführt, das können euch die genannten Experten mit Sicherheit erklären.

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