CO2 Reduktion / Icon / Ökologischer FussabdruckWir reduzieren CO2
Rechtsfraagen IconAbmahnung? Nicht mit uns!
Newsletter IconAnmeldung zum Newsletter
Nach oben scrollen

Internet ohne US-Dienste: Webseiten ohne Datentransfer in die USA

16 / 100 SEO Punktzahl

Webseiten ohne US-Dienste: Ein praktischer Leitfaden

Die politische Situation zwischen den USA und Europa ist angespannt, Donald Trumps immer neue Eskapaden sind nicht sehr hilfreich das ohnehin bereits belastete Verhältnis zu verbessern. Die USA sind technologisch eine der führenden Nationen, während Europa vom Thema “Digitale Souveränität” nur träumen kann. Zudem können Daten, die in die USA geliefert werden, missbräuchlich genutzt werden, Vorsicht ist also in jedem Fall angebracht.

Wie sich die Situation zwischen der EU und den USA in den nächsten Jahren entwickeln wird, ist unklar, wer aber bereits heute auf Technik setzt, die weitestgehend US-frei ist, hat in jedem Fall mehrere Vorteile:

  • Unabhängigkeit
  • Zukunftssicherheit
  • Ethisch und politisch “sauber”

Der folgende Artikel zeigt überblicksartig, wie man eine Webseite ohne US-Dienste betreiben kann und welche Tools funktionieren, ohne Daten in die USA zu senden. Wer mehr wissen möchte, kann das gerne auch bei einem kostenlosen Webinar erfahren, vor Weihnachten 2025 biete ich noch einen Termin an: Mi. 17.12.2025, 19h-20h. Ich beantworte in dem Webinar auch individuelle Fragen.

Möchten Sie mehr erfahren?

Kostenloses Webinar: “Webseiten ohne US-Dienste”
Mittwoch, 17.12.2025, 19:00-20:00 Uhr

Ich beantworte im Webinar auch individuelle Fragen zu Ihrer spezifischen Website-Situation.

Voranmeldung per Mail: raphaelbolius@gruenkraft.design
(Wir nutzen Jitsi, das ist ähnlich wie Zoom, sammelt aber keine Daten)

Internet ohne US-Dienste

Warum US-Dienste vermeiden?

Es gibt viele gute Gründe US-Dienste grundsätzlich zu vermeiden: Viele gängige Dienste wie Google Analytics, Cloudflare oder US-Hosts wie Bluehost leiten Daten automatisch in die USA weiter, was für EU-Unternehmen Risiken birgt. Der EuGH-Urteil „Schrems II” macht solche Transfers problematisch, da US-Behörden uneingeschränkten Zugriff haben können. Für die Nutzung solcher Dienste muss zudem eine Cookiebox installiert werden und Besucher müssen der Datenübertragung zustimmen. Zudem besteht immer die Möglichkeit, dass die EU und die USA sich politisch überwerfen und europäische Webseitenbetreiber stünden in so einem Fall “digital nackt” dar.

Alternativ zu den US-Diensten eignen sich daher Open-Source-Lösungen, die lokal in der EU gehostet werden.

Die Basis: EU-Hosting und WordPress

EU-Hosting

Die Basis sämtlicher weiterer Schritte ist es, ein Hosting mit Servern in Deutschland oder der EU zu wählen. Hetzner oder All-Inkl. sind hier meine Favoriten, es gibt aber viele Hoster, die Serverstandort EU anbieten.

Wichtig sind in dem Fall dann auch die Mailserver. Microsoft E-Mail wird von immer mehr Hostingunternehmen angeboten. Hetzner und All-Inkl. werden aber nach eigenen Aussagen niemals dieses Produkt anbieten.

Das Content-Management-System

WordPress ist das CMS (also die Software), mit der ich am liebsten arbeite. Sie ist 100% Open-Source, gratis und überträgt keine Daten. Laden Sie es von wordpress.org herunter und installieren Sie es manuell auf EU-Hosting. Viele Hoster bieten allerdings auch automatische Installationen an.

Plugins und Dienste: US-Alternativen

Plugins erweitern die Funktionalität von WordPress sehr stark. Viele Plugins nutzen allerdings US-Dienste, beziehungsweise schicken Daten in die USA. Google (also der Konzern Alphabet) ist einer der bekanntesten Datensauger, Daten im Austausch für “kostenlose” Dienste zu erhalten ist das Geschäftsmodell des Konzerns. Aber es gibt viele andere Plugins, die Daten in die USA schicken. Im Folgenden ein kurzer Überblick über Anbieter und Alternativen:

Analytics & Tracking

  • Google Analytics Matomo (selbst gehostet oder EU-Cloud), etracker (deutsche Alternative)
  • Google Tag Manager Matomo Tag Manager
  • Hotjar Matomo Heatmaps

E-Mail-Marketing

  • Mailchimp, Constant Contact Mailpoet (WordPress-Plugin mit EU-Servern), CleverReach (deutscher Anbieter), Brevo (ehemals Sendinblue, EU-Server)

Formulare & Kontakt

  • Google Forms WPForms, Fluent Forms (beide mit EU-konformen Einstellungen)
  • Typeform Tally Forms (EU-basiert, datenschutzfreundlich)

Sicherheit & Performance

  • Cloudflare BunnyCDN (europäischer CDN-Anbieter), KeyCDN (Schweizer Anbieter)
  • Wordfence NinjaFirewall (kann vollständig in EU betrieben werden)

Social Media Integration

  • Direkte Facebook/Instagram-Einbindungen Shariff (2-Klick-Lösung, deutsche Entwicklung)
  • AddThis/ShareThis Social Warfare (mit lokaler Speicherung)

Videos

  • YouTube-Einbettung PeerTube (dezentrales, EU-basiertes Video-Netzwerk), Selbst-Hosting mit Plugins wie Presto Player

Tipp: Bei YouTube-Einbettungen unbedingt den erweiterten Datenschutzmodus nutzen und 2-Klick-Lösungen implementieren.

Fonts & Design-Ressourcen

  • Google Fonts Lokal gehostete Fonts (mit Plugins wie “OMGF” automatisch)
  • Google Maps OpenStreetMap mit Leaflet-Plugin
  • Font Awesome (CDN) Lokal installierte Version

Zahlungsanbieter

  • PayPal, Stripe Mollie (niederländischer Anbieter, vollständig EU-basiert), Unzer (deutscher Payment-Provider)

Backup & Speicher

  • Dropbox/Google Drive Nextcloud (selbst gehostet oder EU-Provider)
  • Amazon S3 Wasabi (mit EU-Rechenzentrum), Hetzner Storage Box

Wichtige Praxis-Tipps

  1. Theme-Auswahl: Viele Premium-Themes laden automatisch Google Fonts oder verwenden Tracking. Prüfen Sie die Theme-Dokumentation oder nutzen Sie deutsche Themes wie Astra (mit entsprechender Konfiguration).
  2. CDN und Caching: Statt US-amerikanischer CDNs wie Cloudflare können Sie BunnyCDN (EU) nutzen oder ganz auf Server-seitiges Caching mit Plugins wie WP Rocket oder Cache Enabler setzen.
  3. Überprüfung bestehender Websites: Mit Browser-Tools wie Website Carbon oder Blacklight können Sie prüfen, welche Drittanbieter-Verbindungen Ihre Website aktuell aufbaut.
  4. Cookie-Banner wird überflüssig: Wenn Sie konsequent auf US-Dienste und Tracking verzichten, benötigen Sie in vielen Fällen keinen Cookie-Banner mehr. Das verbessert die User Experience erheblich.
  5. Performance-Vorteil: Lokale Ressourcen und EU-Server bedeuten oft schnellere Ladezeiten für europäische Besucher – ein SEO-Vorteil.

Langfristige Perspektive

Der Trend zur digitalen Souveränität wird sich verstärken. Unternehmen, die heute bereits auf EU-Infrastruktur setzen, sind nicht nur rechtlich sicherer, sondern positionieren sich auch als vertrauenswürdige Partner für datenschutzbewusste Kunden. Die initiale Umstellung mag etwas aufwendiger sein, zahlt sich aber durch mehrere Faktoren aus:

  • Wegfall rechtlicher Risiken (Abmahnungen, DSGVO-Verstöße)
  • Besseres Image bei zunehmend sensibilisierten Nutzern
  • Unabhängigkeit von geopolitischen Entwicklungen
  • Oft bessere Performance für EU-Besucher

Fazit

Eine US-freie Website ist heute vollständig realisierbar, ohne auf Funktionalität verzichten zu müssen. Die europäische Open-Source-Community und EU-basierte Anbieter haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Wer jetzt umstellt, investiert in digitale Souveränität und Zukunftssicherheit.

Möchten Sie mehr erfahren?

Kostenloses Webinar: “Webseiten ohne US-Dienste”
Mittwoch, 17.12.2025, 19:00-20:00 Uhr

Ich beantworte im Webinar auch individuelle Fragen zu Ihrer spezifischen Website-Situation.

Voranledung per Mail: raphaelbolius@gruenkraft.design
(Wir nutzen Jitsi, das ist ähnlich wie Zoom, sammelt aber keine Daten)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert