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Shutdown for Climate: Noch 62 Tage

Jetzt sind es noch genau 62 Tage bis zum weltweiten Klimastreik am 20. 9. 2019. Und weil ich die Idee des Klimastreiks im Prinzip sehr gut finde, habe ich beschlossen mit zu machen. Na ja- ;) Nicht nur beim Klimastreik, sondern auch bei der Initiative “Shutdown for Climate”. Unser Ziel? Das Internet am 20. 9. zu schließen. Ernsthaft? Ja ernsthaft! “Schmäh ohne”, sagt der Wiener in mir an dieser Stelle.

Also wie soll das funktionieren mit dem Shutdown? Und wozu ist der überhaupt gut? Und kann man das Web überhaupt runterfahren? Fragen über Fragen zu einem wichtigen Thema. Gehen wir sie der Reihe nach durch.

  1. Was ist der Shutdown, wie funktioniert er und wozu ist er gut?

    Der Shutdown for Climate soll daran erinnern, dass das Internet die energiefressenste Maschine ist, die es auf diesem Planeten gibt. Die Schätzungen gehen hier weit auseinander, denn es gibt verschiedene Methoden um zu einem Ergebnis zu kommen. aber egal welche Methode man letztendlich anwendet: 2%-4% des weltweiten Energiebedarfs gehen auf das Konto des Webs. Somit verbraucht das Web ähnlich viel Energie wie der Industriezweig, der den Klimaschützern am meisten im Magen liegt: die Luftfahrtindustrie. Zudem ist die Entwicklung exponentiell, der Anteil wird also noch weiter rasant steigen.

    Der Shutdown for Climate soll an diese Tatsache erinnern. Zudem soll er daran erinnern, dass das man im Bereich des Webs unglaublich viel Energie einsparen könnte. Grob gesagt befinden wir uns im Web auf einem technischen Stand, der dem der Autoindustrie ca. 1950 entspricht. Damals war Benzin billig, Umweltschutz war kein Thema. Daher interessierte sich niemand für den Verbrauch der Autos, 15 Liter Benzin auf 100km waren nicht unüblich. Ähnlich ist es heute im Web: Die meisten Webseiten werden von Leuten zusammengeklickt, die sich nicht im geringsten für die Technik unter der Haube interessieren. Dementsprechend energieintensiv sind dann die Resultate. Wer mehr dazu wissen will, kann in diesem Artikel sehen, wie es um die CO2-Emissionen der führenden “Grünen” Webseiten im deutschsprachigen Raum bestellt ist: Sehr schlecht! Da gäbe es ein enormes Einsparungspotential!

    Außerdem soll der Shutdown die Teilnehmer am Klimastreik unterstützen, das Thema aus dem Real Life ins Web bringen und darüber hinaus auch in die Medien.

    OK, alles klar? Wer jetzt wissen will, wie der Shutdown funktioniert: Ganz einfach! Die Webseiten gehen vom Netz. Also meine z. B. Gut. Wenn ich am 20. 9. meine Seite vom Netz nehme, ist das ein bisschen sehr wenig sinnvoll. ;) Aber ich hoffe, dass ich nicht der Einzige sein werde, der sich dem Shutdown anschließt. Die GLS-Bank z. B. wird auch mitmachen. Das ist ganz sicher, ich habe dort bereits mit einem der Verantwortlichen zum Thema Klimastreik gesprochen. Und Google hoffentlich. Und WordPress hoffentlich auch. und überhaupt… Je mehr mitmachen, desto effektiver ist es. Claro? Sim, alles klar!

  2. Und wie ist der Shutdown organisiert?

    Also der Shutdown ist extrem chaotisch organisiert. Und ich bin Mitglied im Orgateam. Na Servus Kaiser, wie der Wiener sagt. ;) Das Ganze läuft ungefähr so ab: Derzeit gibt es ein paar Leute im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und ein paar in den USA. Wir haben uns letzte Woche zusammengesetzt und über Zoom mehrere Strategiegespräche geführt. Jetzt geht die Kampagne los: Einerseits sollen sich national Untergruppen bilden, die in ihren jeweiligen Ländern versuchen, möglichst viele Menschen zum Mitmachen zu bringen. Mitmachen bedeutet konkret: Am 20. 9. die eigene Webseite runterfahren. diese Leute werden Firmen kontaktieren, Mailings verschicken etc. etc.

    Parallel dazu soll es Gespräche mit den führenden Unternehmen der Tech-Industrie geben. Im besten Fall also Automattic/WordPress, Alphabet/Google, Mozilla/Firefox usw. Und natürlich die Hostingunternehmen. Dass diese Firmen, egal ob Tech-Gigant oder Hoster mitmachen, ist allerdings nicht ganz so utopisch, wie es scheinen mag: Stromkosten sind für viele von ihnen ein echtes Problem und je mehr Menschen im Web für den Energieverbrauch dieser Maschine interessieren, umso besser.

  3. Apropos Hoster und Energiekosten:

    Gerade Hoster sollten ein spezielles Interesse am Shutdown haben. Denn in einem normalen Hostingpaket zahlt jeder den selben Preis: Ob die Webseite per “Drag &Drop” aus einem Premiumtheme (Divi, Avada, Enfold…) und 100 Plugins einfach zusammengeklickt wurde, oder von einem Webdesigner korrekt programmiert wurde, ist dabei egal. Aber: die eine Seite benötigt pro Seitenaufrunf vielleicht 100 Mal oder 50 Mal mehr Energie als die andere. Auf den erhöhten Stromkosten bleiben die Hoster also sitzen.

  4. und was gibt es sonst Wissenswertes über den Shutdown?

    Unter http://shutdownforclimate.de habe ich mal eine Webseite gemacht. [EDIT]dort ist inzwischen wieder eine provisorische Baustelle zu sehen. Sorry, ich hoffem, das ändert sich bald.[/ EDIT]Die ist zwar noch nicht perfekt, aber bereits recht OK. Auf der Webseite wird es Tipps rund um das Thema geben und – extrem wichtig – es wird Plugins geben, die es auch Firmen oder Menschen ohne IT-Abteilung möglich machen, am Shutdown teil zu nehmen. Die Plugins werden gerade entwickelt, in einiger Zeit werden sie zur Verfügung stehen.

    Und: Freiwillige sind herzlich willkommen! Wer mitmachen möchte, kann mich jederzeit über das Kontaktformular erreichen!

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