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Suchmaschinenoptimierung – SEO – klassisch.

19 / 100 SEO Punktzahl

Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, ist für viele Webseitenbetreiber ein wichtiges Thema. Wer mit seiner Website bei Google oder anderen Suchmaschinen möglichst weit vorne erscheinen möchte, muss allerdings mehr tun, als ein paar Einstellungen in WordPress vorzunehmen.

SEO ist ein komplexes Thema und lässt sich nicht in einem einzigen Artikel vollständig erklären. Dieser Beitrag soll deshalb vor allem eine verständliche Einführung in die wichtigsten Grundlagen geben.Dabei geht es hier zunächst ausschließlich um die klassische Suchmaschinenoptimierung: also darum, bei Suchanfragen in den normalen Suchergebnissen von Google, Bing oder DuckDuckGo möglichst weit vorne zu erscheinen.

Nicht behandelt werden in diesem Beitrag die lokale Suche, beispielsweise „Webdesigner Berlin“, und die zunehmende Bedeutung von KI-Suchsystemen wie ChatGPT. Beide Themen funktionieren teilweise nach anderen Prinzipien und erhalten deshalb eigene Artikel bzw. Youtubevideos.

Das wichtigste Missverständnis bei SEO

Eine häufige Vorstellung lautet: „Ich lasse meine Website für SEO optimieren und dann bin ich bei Google auf Platz 1.“. So funktioniert es aber leider nicht.

Ein Teil der Suchmaschinenoptimierung kann tatsächlich direkt auf der eigenen Website durchgeführt werden. Dazu gehören technische Verbesserungen, die Struktur der Inhalte, Überschriften, Bilder, interne Verlinkungen und vieles mehr. (Onpage-SEO) Ein anderer und sehr wichtiger Teil findet jedoch außerhalb der eigenen Website statt. Dabei geht es vor allem um Links von anderen Websites.(Offpage-SEO)

Deshalb ist SEO kein einmaliger technischer Vorgang. Es ist ein längerfristiger Prozess, bei dem technische Qualität, gute Inhalte und externe Signale zusammenspielen.

Onpage-SEO: Was kann ich auf der eigenen Website verbessern?

Unter Onpage-SEO versteht man vereinfacht gesagt alle Maßnahmen, die direkt auf der eigenen Website durchgeführt werden können. Dazu gehören sowohl technische Aspekte als auch die Inhalte.

Der erste Grundgedanke sollte dabei sein: Was möchte eine Suchmaschine wie z. B. Google ihren Nutzern zeigen?

Google möchte seinen Nutzern möglichst relevante und funktionierende Ergebnisse präsentieren. Eine Website, die extrem langsam lädt, technische Fehler aufweist oder für Besucher schlecht funktioniert, ist dafür zunächst einmal keine gute Empfehlung. Deshalb gehören grundlegende technische Voraussetzungen zur SEO.

Eine Website sollte beispielsweise:

  • technisch funktionieren
  • über eine SSL-Verschlüsselung verfügen
  • möglichst schnell laden
  • auf mobilen Geräten funktionieren
  • sinnvoll strukturiert sein
  • für Suchmaschinen erreichbar und verständlich sein

Eine Ladezeit von zehn Sekunden, bevor überhaupt etwas auf dem Bildschirm erscheint, ist beispielsweise keine gute Voraussetzung. Besucher springen ab – und Suchmaschinen haben wenig Interesse daran, solche Seiten prominent zu präsentieren.

Technische SEO ist allerdings nur die Grundlage. Eine technisch perfekte Website kann trotzdem bei Google schlecht gefunden werden, wenn die Inhalte nicht relevant sind.

Onpage-SEO 1: Inhalte und thematische Relevanz

Der nächste entscheidende Punkt sind die Inhalte. Wenn ich unter einem bestimmten Suchbegriff gefunden werden möchte, muss meine Website tatsächlich etwas mit diesem Thema zu tun haben. Die Suchmaschine muss anhand der Inhalte erkennen können, welches Thema behandelt wird.

Nehmen wir als Beispiel eine Website über Blues. Die Website beschäftigt sich mit dem Thema Blues und behandelt beispielsweise verschiedene Stilrichtungen:

  • Delta Blues
  • Chicago Blues
  • moderner Blues
  • klassischer Blues

Wenn die Website unter diesen Begriffen gefunden werden soll, müssen diese Themen auch tatsächlich auf der Website behandelt werden. Ich möchte dagegen nicht plötzlich unter „Flamenco“ oder „Jazz“ gefunden werden, wenn meine Website überhaupt nichts damit zu tun hat.

SEO beginnt deshalb nicht mit einem Plugin, sondern mit der Frage: Für welche Themen und Suchbegriffe möchte ich überhaupt gefunden werden?

Onpage-SEO 2: Die Domain und das zentrale Thema

Auch die Domain kann dabei eine Rolle spielen. Wenn das zentrale Thema unserer Beispiel- Website eben Blues ist, wäre eine Domain wie blues.com natürlich ideal. Eine solche Domain ist allerdings längst vergeben. Das Beispiel soll deshalb nur das Prinzip verdeutlichen.

Eine Domain kann das zentrale Thema der Website enthalten und damit bereits einen Hinweis darauf geben, worum es geht.

Onpage-SEO 3: Die Startseite als zentrale SEO-Seite

Eine wichtige Rolle spielt die Startseite. Sie sollte zunächst erklären, worum es auf der gesamten Website geht und warum diese Website für das entsprechende Thema relevant ist.

Bei unserem Blues-Beispiel könnte die Startseite beispielsweise erklären, dass es sich um ein umfangreiches Archiv handelt, das historische Aufnahmen, Dokumente und Informationen zur Entwicklung des Blues sammelt.

Dabei sollte der Inhalt nicht aus drei allgemeinen Sätzen bestehen. Wenn eine Website zu einem bestimmten Thema eine echte Informationsquelle sein möchte, sollte sie dieses Thema ausführlich behandeln. Je nach Thema können durchaus 1.000 Wörter oder mehr sinnvoll sein.

Dabei geht es nicht darum, künstlich möglichst viel Text zu produzieren. Der Text sollte tatsächlich Informationen liefern und das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Auch Bilder können dazugehören.

Ebenso sinnvoll sind Verweise auf externe Quellen. Wenn eine Website beispielsweise auf renommierte Musikarchive, Universitäten, Forschungsinstitute oder andere anerkannte Quellen zum Thema Blues verweist, kann dies die inhaltliche Einordnung unterstützen. Die Website zeigt damit: Sie beschäftigt sich ernsthaft mit diesem Thema und steht nicht völlig isoliert im Internet.

Onpage-SEO 4: Bilder und Alt-Texte

Auch Bilder können zur Suchmaschinenoptimierung beitragen. Bilder sollten sinnvoll benannt und mit einem passenden Alt-Text versehen werden. Der Alt-Text beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist und sollte – sofern es natürlich passt – auch einen Bezug zum Thema der jeweiligen Seite haben.

Dabei gilt allerdings ebenfalls: Der Alt-Text ist nicht dazu da, möglichst viele Keywords hineinzustopfen. Ein natürlicher und sinnvoller Text ist wichtiger als eine künstliche Aneinanderreihung von Suchbegriffen.

Onpage-SEO 5: FAQs als zusätzlicher Bestandteil

Ein FAQ-Bereich kann ebenfalls sinnvoll sein. Auf der Startseite eines Blues-Archivs könnten beispielsweise Fragen beantwortet werden wie:

  • Was ist Blues?
  • Welche Blues-Stile gibt es?
  • Welche historischen Aufnahmen sind im Archiv enthalten?
  • Warum ist dieses Archiv relevant?

Solche Fragen und Antworten helfen zunächst den Besuchern. Gleichzeitig machen sie für Suchmaschinen noch deutlicher, mit welchem Thema sich die Website beschäftigt.

FAQs sind außerdem interessant, weil strukturierte Fragen und Antworten auch für die spätere Optimierung einer Website für KI-Suchen relevant sein können. Das ist allerdings ein eigenes Thema.

Onpage-SEO 6: Inhaltsübersicht und Sprungmarken

Bei umfangreichen Seiten kann eine Inhaltsübersicht am Anfang sehr hilfreich sein. Wenn eine Seite beispielsweise verschiedene Kapitel über die Geschichte des Blues enthält, kann die Inhaltsübersicht auf die jeweiligen Abschnitte verlinken. Der Besucher kann dadurch direkt zu dem Thema springen, das ihn interessiert.

Auch hier steht nicht die Suchmaschine im Mittelpunkt. Eine gute Seitenstruktur macht die Website für Menschen übersichtlicher. Und genau das ist grundsätzlich auch für Suchmaschinen sinnvoll.

Onpage-SEO 7: Überschriften richtig strukturieren

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Struktur der Überschriften. Die wichtigste Überschrift einer Seite ist normalerweise die H1. Darunter folgen H2-, H3- und gegebenenfalls weitere Überschriften. Diese Hierarchie sollte sinnvoll aufgebaut sein.

Das zentrale Thema der Seite gehört in die H1. Weitere relevante Themen können in H2- und H3-Überschriften auftauchen. Dabei sollte man jedoch kein sogenanntes Keyword Stuffing betreiben. Das bedeutet also: Nicht jede Überschrift und nicht jeder zweite Satz muss zwanghaft dasselbe Keyword enthalten.

Onpage-SEO 8: Die wichtigste SEO-Regel lautet aus meiner Sicht deshalb:

Nicht für die Suchmaschine schreiben, sondern für die Menschen. Wenn Besucher eine Seite gut verstehen, sich darauf zurechtfinden und die Informationen hilfreich finden, ist das grundsätzlich auch die Richtung, die Suchmaschinen wollen.

Onpage-SEO 9: Das Suchmaschinen-Snippet

Neben dem eigentlichen Inhalt gibt es noch einen Bereich, der häufig unterschätzt wird: das Suchmaschinen-Snippet. Das ist die Darstellung einer Seite in den Suchergebnissen. Dort erscheinen unter anderem eine Überschrift und eine kurze Beschreibung. Mit SEO-Tools wie Rank Math oder Yoast lassen sich diese Angaben bearbeiten.

Die Überschrift des Snippets sollte das zentrale Thema beziehungsweise Keyword enthalten und gleichzeitig interessant genug sein, damit jemand tatsächlich darauf klickt. Ein langweiliger Titel wie „Blues – 371 Dokumente“ ist möglicherweise weniger interessant als eine Überschrift, die eine konkrete Frage oder einen spannenden Aspekt des Themas aufgreift.

Auch die Beschreibung der Webseite im Snippet sollte das zentrale Keyword enthalten und gleichzeitig einen Grund liefern, die Seite aufzurufen. Es geht also nicht nur darum, bei Google aufzutauchen. Man muss den Nutzer auch davon überzeugen, auf das eigene Ergebnis zu klicken und das geht eben nur über ein gutes Snippet. .

Onpage-SEO 10: Die Startseite zu optimieren, reicht normalerweise nicht

Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, zu versuchen, eine einzige Seite (z. B. die Startseite) für möglichst viele Suchbegriffe zu optimieren. Das funktioniert nur begrenzt.

Eine Startseite kann beispielsweise auf ein oder zwei zentrale Suchbegriffe ausgerichtet werden. Wenn die Website aber unter sehr vielen unterschiedlichen Begriffen gefunden werden soll, braucht sie entsprechende Unterseiten.

Bleiben wir beim Blues-Beispiel. Die Startseite könnte auf „Blues-Archiv“ optimiert werden.

  • Für „Chicago Blues“ gibt es dann eine eigene Unterseite.
  • Für „Delta Blues“ gibt es eine weitere Unterseite.
  • Für „moderner Blues“ wiederum eine eigene Seite.
  • Und so weiter.

Jede dieser Seiten kann sich ausführlich mit genau diesem Thema beschäftigen.

Beispiel: Die Unterseite „Chicago Blues“
Eine solche Unterseite sollte nicht einfach aus zwei Absätzen bestehen.

Sie könnte beispielsweise erklären:

  • Wann entstand der Chicago Blues?
  • Welche Musiker prägten diesen Stil?
  • Welche musikalischen Merkmale sind typisch?
  • Was unterscheidet Chicago Blues vom Delta Blues?
  • Welche Bedeutung hatte der Stil für die Geschichte des Blues?

Auch hier sollte der Inhalt ausführlich und vor allem für Menschen geschrieben sein.

Das zentrale Keyword „Chicago Blues“ kann an sinnvollen Stellen auftauchen – in Überschriften, im Fließtext, bei Bildern und gegebenenfalls in der URL. Auch hier gilt aber: natürlich statt künstlich. Zusätzlich können relevante externe Quellen verlinkt und ein FAQ-Bereich eingerichtet werden. Und auch für diese Unterseite wird ein eigenes Suchmaschinen-Snippet erstellt.

Mit anderen Worten: alles was wir auf der Startseite schon mal gemacht hatten, machen wir jetzt für jede der Unterseiten. Und jede Unterseite ist auf ein (max. zwei) spezielle Suchbegriffe optimiert. So entsteht eine Sammlung thematisch klarer Seiten, bei der jede Seite die Aspekte eines guten Keywords abbildet.

Onpage-SEO 11: Blog oder Online-Lexikon?

Wenn mit der Zeit viele solcher Unterseiten entstehen, stellt sich die Frage nach der Organisation. Man kann die Inhalte beispielsweise als Online-Lexikon oder Glossar strukturieren. Alternativ können die einzelnen Beiträge als Blogartikel veröffentlicht werden.

Technisch sind diese beiden Varianten weniger unterschiedlich, als es zunächst scheint. Es handelt sich vor allem um eine Frage der Organisation. Ein Blog bietet beispielsweise zusätzliche Möglichkeiten wie Kommentare und chronologische Darstellung. Ein Lexikon eignet sich dagegen eher für dauerhaft gültige, systematisch geordnete Informationen.

Wenn irgendwann 100 oder sogar 500 verschiedene Suchbegriffe relevant sind, braucht man jedenfalls eine sinnvolle Struktur. Man kann nicht einfach hunderte Themen ungeordnet auf einer einzigen Seite unterbringen. Das wird chaotisch.

Onpage-SEO 12: Interne Verlinkung

Bei vielen Unterseiten wird außerdem die interne Verlinkung wichtig. Die einzelnen Seiten sollten sinnvoll miteinander verbunden werden. Einerseitds über das Menü, andererseits über interne Links, immer dann, wenn es passt.

Auf der Seite über Chicago Blues kann beispielsweise auf die Seite über Delta Blues verwiesen werden, weil es inhaltlich in der Geschichte des Blues einen Zusammenhang gibt. Auf einer Seite über die Geschichte des Blues kann wiederum auf einzelne Stilrichtungen verwiesen werden usw.

Auch hier gilt dieselbe Grundregel: Die Verlinkung sollte für die Besucher sinnvoll sein. Nicht jede interne Verlinkung muss ausschließlich deshalb gesetzt werden, weil irgendeine SEO-Regel es verlangt.

Onpage-SEO: Das der Bereich, den ich kontrollieren kann

Damit sind die wichtigsten Grundlagen des Onpage-SEO bereits abgedeckt.

Auf der eigenen Website kann ich relativ viel selbst beeinflussen:

  • Ich kann die Technik verbessern.
  • Ich kann die Ladezeit optimieren.
  • Ich kann Inhalte schreiben oder überarbeiten.
  • Ich kann Bilder hinzufügen.
  • Ich kann Überschriften strukturieren.
  • Ich kann interne Links setzen.
  • Ich kann FAQs erstellen.
  • Ich kann Suchmaschinen-Snippets optimieren.
  • SEO-Plugins wie Rank Math oder Yoast können dabei helfen, die Umsetzung zu kontrollieren und auf technische oder strukturelle Probleme hinzuweisen.

Aber selbst eine hervorragend optimierte Website hat ein Problem: Sie ist damit noch lange nicht automatisch auf Platz 1.

Offpage-SEO: Die Bedeutung von Links

Jetzt kommt der zweite große Bereich der Suchmaschinenoptimierung: Offpage-SEO. Und hier wird es wesentlich schwieriger. Denn während ich meine eigene Website selbst verändern kann, kann ich nicht bestimmen, was andere Websites über mich schreiben.

Ein zentraler Faktor beim klassischen Offpage-SEO sind Backlinks – also Links von anderen Websites auf meine Website.

Dabei sind nicht alle Links gleich wertvoll. Ein Link von einer thematisch passenden Universität oder einem Forschungsinstitut kann sehr viel wertvoller sein als ein Link von irgendeiner beliebigen Website.

Bleiben wir beim Blues-Archiv: Wenn eine Musikhochschule auf ihrer Website schreibt, dass es dieses interessante Blues-Archiv gibt, ist das ein sehr wertvolles Signal. Auch ein Bericht in einem etablierten Medium kann einen starken Link darstellen. Ein Link von der Website eines bekannten Musikers kann ebenfalls interessant sein. Ein Link von irgendeiner kleinen privaten Website ist dagegen möglicherweise weniger aussagekräftig.

Entscheidend sind unter anderem die Qualität und Autorität der verlinkenden Website sowie die thematische Nähe. Ein Link von einer Seite über Blues ist grundsätzlich sinnvoller als ein Link von einer völlig themenfremden Website.

Das eigentliche Problem: Woher bekommt man diese Links?
Genau hier liegt eines der größten Probleme des klassischen SEO. Ich kann eine Universität anschreiben und darum bitten, auf meine Website zu verlinken. Ob sie das tatsächlich tut, kann ich aber nicht bestimmen, die Entscheidung liegt bei der anderen Website.

Und gerade gute Websites bekommen sehr viele Anfragen. Niemand wartet darauf, dass ein Webseitenbetreiber kommt und um einen Backlink bittet. Deshalb ist Linkbuilding wesentlich schwieriger als Onpage-SEO.

Gute Inhalte können Links erzeuge: Die beste Möglichkeit besteht darin, Inhalte zu schaffen, auf die andere Menschen tatsächlich verlinken wollen.

Nehmen wir wieder das Blues-Archiv:
Angenommen, dort befindet sich eine extrem seltene historische Aufnahme, die jahrzehntelang verschollen war und nun erstmals wieder öffentlich zugänglich gemacht wurde. Dann gibt es plötzlich einen Grund, auf diese Website zu verlinken. Die Blues-Community wird darüber sprechen, dFachleute werden darüber berichten, Archive oder Medien könnten darauf hinweisen, Andere Websites werden möglicherweise einen Link setzen.

Das ist natürlich ein Extrembeispiel. Die meisten Webseitenbetreiber verfügen nicht über eine sensationelle historische Aufnahme. Aber das Prinzip lässt sich übertragen, man kann selbst besondere Inhalte produzieren. Zum Beispiel eine umfangreiche Recherche, eine einzigartige Zusammenstellung, eine Untersuchung oder eine besonders gut aufbereitete Antwort auf eine Frage, zu der es bisher kaum gute Informationen gibt.

Solche Inhalte können anschließend über Social Media und andere Kanäle verbreitet werden. Dadurch erreicht man die jeweilige Community, erzeugt Aufmerksamkeit und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass andere Websites auf den Inhalt verlinken.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, ein Thema besonders gründlich zu recherchieren. Vielleicht gibt es eine Frage, nach der viele Menschen suchen, zu der aber nur wenige wirklich gute Informationen existieren. Dann kann man zehn Stunden oder mehr in einen hochwertigen Artikel investieren und anschließend andere Websites oder Autoren darauf aufmerksam machen. Wenn der Inhalt tatsächlich besser und hilfreicher ist als das bisherige Angebot, besteht zumindest eine realistische Chance, dass andere darauf verlinken.

Linkbuilding ist deshalb fast eine eigene Disziplin innerhalb der Suchmaschinenoptimierung. Man muss andere Menschen davon überzeugen, dass die eigenen Inhalte relevant und interessant sind. Und genau das kann man nicht einfach technisch auf der eigenen Website einstellen.

Onpage-SEO vs. Offpage-SEO

Damit wird auch der grundlegende Unterschied zwischen Onpage- und Offpage-SEO deutlich: Onpage-SEO liegt weitgehend in meiner eigenen Hand.

  • Ich kann meine Website technisch verbessern.
  • Ich kann gute Inhalte veröffentlichen.
  • Ich kann die Seitenstruktur optimieren.
  • Ich kann Bilder und interne Links hinzufügen.

Offpage-SEO funktioniert anders: Ich kann nicht einfach selbst entscheiden, dass 50 renommierte Websites auf meine Seite verlinken. Ich muss andere davon überzeugen, dass meine Inhalte so interessant sind, dass sie das freiwillig tun. Und genau deshalb reicht Onpage-SEO allein nicht aus. Das beste SEO der eigenen Website kann also seine Wirkung nur begrenzt entfalten, wenn von außen keinerlei positive Signale kommen.

Suchmaschinenoptimierung ist deshalb kein Knopf, den man auf einer Website einschaltet, es ist ein langfristiger Prozess.

  • Die Website muss technisch funktionieren.
  • Sie muss relevante und hochwertige Inhalte anbieten.
  • Die Inhalte müssen sinnvoll strukturiert sein.
  • Einzelne wichtige Suchbegriffe brauchen gegebenenfalls eigene Seiten.
  • Die Seiten sollten intern sinnvoll miteinander verlinkt sein.
  • Und zusätzlich braucht die Website externe Signale – insbesondere hochwertige und thematisch passende Backlinks.

Die Kurzfassung lautet deshalb: Gute Inhalte und gute Technik sind die Grundlage, aber gute Suchmaschinenpositionen entstehen nicht allein dadurch, dass man die eigene Website optimiert. Gerade beim klassischen SEO sind Links von anderen Websites nach wie vor ein sehr wichtiges Signal. Sie sind gewissermaßen eine Art Währung des Internets. Je mehr hochwertige und thematisch passende Websites auf eine Seite verweisen, desto stärker kann dies die Autorität dieser Seite unterstützen.

Dabei darf man allerdings nicht in die Falle geraten, SEO nur aus Sicht der Suchmaschine zu betrachten, die Website sollte in erster Linie für die Menschen funktionieren, die sie besuchen. Wenn die Inhalte hilfreich, verständlich und gut strukturiert sind, wenn die Technik funktioniert und wenn andere relevante Websites diese Inhalte ebenfalls für empfehlenswert halten, dann sind die wesentlichen Grundlagen für eine gute Suchmaschinenposition geschaffen.

Und genau deshalb ist die Vorstellung falsch, man könne einfach ein SEO-Plugin installieren, ein paar Keywords eintragen und anschließend bei Google auf Platz 1 erscheinen.

Häufige Fragen (FAQ) zu SEO

Reicht es, einmalig ein SEO-Plugin zu installieren, um bei Google gut zu ranken?

Nein. Ein SEO-Plugin wie Rank Math oder Yoast hilft dabei, technische und strukturelle Angaben zu kontrollieren und Snippets zu bearbeiten. Gute Google-Positionen entstehen aber nicht durch eine einmalige Einstellung, sondern durch das Zusammenspiel aus technischer Qualität, relevanten Inhalten und externen Signalen wie Backlinks – ein langfristiger Prozess, kein Knopf zum Einschalten.

Was ist der Unterschied zwischen Onpage- und Offpage-SEO?

Onpage-SEO umfasst alle Maßnahmen, die direkt auf der eigenen Website umgesetzt werden können: Technik, Ladezeit, Inhalte, Überschriften, Bilder, interne Verlinkung und Snippets. Offpage-SEO findet außerhalb der eigenen Website statt und bezieht sich vor allem auf Backlinks von anderen Seiten – ein Bereich, den man nicht direkt selbst steuern, sondern nur durch überzeugende Inhalte beeinflussen kann.

Was sind Backlinks und warum sind sie für SEO wichtig?

Backlinks sind Links von anderen Websites auf die eigene Seite. Sie gelten als eine Art Währung des Internets: Je mehr thematisch passende und autoritative Websites verlinken, desto stärker wird die Autorität der eigenen Seite eingeschätzt. Ein Link von einer themenrelevanten Universität oder einem etablierten Medium ist dabei wertvoller als ein Link von einer beliebigen kleinen Website.

Sollte ich für jedes wichtige Keyword eine eigene Unterseite erstellen?

Ja, in der Regel ja. Eine einzelne Seite – etwa die Startseite – lässt sich nur auf ein oder zwei zentrale Suchbegriffe ausrichten. Für weitere relevante Themen sind eigene, ausführlich behandelte Unterseiten sinnvoller, die untereinander sinnvoll intern verlinkt werden.

Wofür sind Alt-Texte bei Bildern gut?

Alt-Texte beschreiben, was auf einem Bild zu sehen ist, und sollten – wo passend – einen Bezug zum Thema der jeweiligen Seite haben. Wichtig ist ein natürlicher, sinnvoller Text statt einer künstlichen Aneinanderreihung von Keywords.

Warum lohnt sich eine Inhaltsübersicht mit Sprungmarken auf umfangreichen Seiten?

Eine Inhaltsübersicht am Anfang einer Seite erlaubt es Besuchern, direkt zu dem Abschnitt zu springen, der sie interessiert. Das verbessert vor allem die Übersichtlichkeit für Menschen – und eine gute Seitenstruktur wirkt sich grundsätzlich auch positiv auf die Bewertung durch Suchmaschinen aus.

Für wen sollte man in erster Linie schreiben – für Google oder für Menschen?

Für Menschen. Wenn Besucher eine Seite gut verstehen, sich zurechtfinden und die Informationen hilfreich finden, entspricht das grundsätzlich auch der Richtung, die Suchmaschinen bevorzugen.

Über den Autor: Raphael Bolius ist Webdesigner und betreut WordPress-Websites von Selbstständigen und kleinen Unternehmen. Sein Schwerpunkt liegt auf Webdesign, technischer Website-Betreuung, SEO und der Analyse bestehender Websites.

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